Würdige Unterkünfte für Menschen auf der Flucht

Bereits im September 2015 haben wir den Antrag Würdige Unterkünfte für Menschen auf der Flucht gestellt. Leider hat der Maisacher Gemeinderat nicht den Mut gehabt, unseren Antrag mit zu tragen und aktiv daran mitzuwirken, dass wir uns auf Dauer von Blech-Containern verabschieden. Der Antrag wurde nicht direkt abgelehnt, sondern wurde mit der Begründung die Gemeinde sei nicht zuständig, an das Landratsamt weitergeleitet.

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Seidl,
im Namen der Fraktion von Bündnis 90/die Grünen stelle ich heute folgenden Antrag:
Humanitäre Unterbringung von Schutzsuchenden/Asylbegehrenden

Die Gemeindeverwaltung möge prüfen,

1. welche Möglichkeiten sich bieten Unterkünfte, wie z.B. Holz-Fertighäuser in Modulbauweise, in absehbarer Zeit zu schaffen, die einen späteren Um-/ Ausbau oder ggf. sogar einen Standortwechsel ermöglichen und z.B. als Anschlussunterbringung (für Men-
schen, deren Asylantrag positiv beschieden wird) oder/und für soziale Zwecke weiter genutzt werden können.
2. welche Grundstücke, die im Flächennutzungsplan als mögliche Bauflächen ausgewiesen sind, für Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden können. Vorrangig sollten gemeindeeigene Grundstücke in die Überlegungen einbezogen werden, damit nicht erst
langwierige Grundstücksverhandlungen geführt werden müssen.
3. ob und auf welchen Flächen im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung durch das Landratsamt Fürstenfeldbruck eine Bebauung mit einer Unterkunft für Asylbewerber schnellstmöglich realisiert werden kann.
4. welche Standorte sich für eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbwerber*innen in Maisach eignen.

Begründung:

Die Zahl der dem Landkreis zugewiesenen Asylbewerber*innen steigt ständig. Selbst wenn die bisher in Maisach geplanten Unterkünfte zeitnah umgesetzt werden können, könnte es in Zukunft zu Engpässen kommen. Mitunter werden Zelte oder Traglufthallen in Erwägung gezogen.

Solche Massenunterkünfte bieten von vornherein Stoff für Konflikte. Zumindest anfänglich sollten unterschiedliche Religionsgemeinschaften und Kulturkreise räumlich gut getrennt sein, auch müssen die ganz individuellen Bedürfnisse im Sanitärbereich bedacht und gewahrt sein. Nicht zu vergessen die Kinder, diese brauchen ausreichenden Platz zum Spielen. Ebenso notwendig sind Räume für ehrenamtliche Helfer und die Möglichkeit zur aktiven Sozialbetreuung.

Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass sich Betreuung und Integration für die nächsten fünf bis acht Jahren zu einer Daueraufgabe entwickeln wird. Eine ansprechendere Architektur könnte ein Baustein sein für eine höhere Akzeptanz in der Nachbarschaft und in der Gemeinde. Die Integration der Schutzsuchenden und ein konfliktfreieres Mit- und Nebeneinander wird so-
mit erleichtert.

Bitte unterstützen Sie unseren Antrag für eine menschenwürdige Unterbringung von Schutzsuchenden.

Mit freundlichen Grüßen

Ursula Geßner

 

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